Archiv 2012





Donnerstag, 26. Januar 2012

KUBA OHNE FIDEL?

Anders als die Fernsehbilder eines greisen Fidel Castro im Trainingsanzug symbolisieren, steht Kuba nicht kurz vor dem Ende: Das sozialistische Modell der Insel, das chronisch in der wirtschaftlichen Krise steckt, wird seit 2010 von der politischen Führung um Raúl Castro mit Nachdruck reformiert. Bis 2015 sollen 1,8 Millionen KubanerInnen von der staatlichen Lohnliste gestrichen und in der Privatwirtschaft untergebracht werden. Die Wirtschaft soll privater, sie soll zugleich genossenschaftlicher werden. Neben der Legalisierung der Freiberuflichkeit sollen fortan auch kleine Genossenschaften in Kubas Wirtschaft aktiv werden. Matratzen aus genossenschaftlicher Produktion kann es genauso geben wie die Klempnerkooperative oder die Friseurgenossenschaft. Auch der restriktive Zugang zu Privateigentum wird gelockert. Neben dem An- und Verkauf privater Immobilien erlauben gerichtliche Änderungen zudem den Tausch, die Schenkung und Übertragung von privaten Immobilien. Kubas Staat soll schlanker, die Wirtschaft effizienter werden, die Menschen mehr Eigenverantwortung übernehmen. Knut Henkel fragt: Klingt das nicht neoliberal? Führen diese Reformprozesse zum Sozialismus für das 21. Jahrhundert?

Knut Henkel ist freier Journalist mit einem Lateinamerikaschwerpunkt, arbeitet für die Tageszeitung, Spiegel-Online oder das amnesty journal und bereist den Subkontinent und vor allem die Andenländer und Kuba regelmäßig.

Moderation: Volker Jung

im Vortragssaal der
Rosa-Luxemburg-stiftung/Peter-imandt-Gesellschaft
66111 Saarbrücken
Futterstr. 17-19

18:00 UHR