Archiv 2010




Mike Arnott vom Gewerkschaftsverband Trade Union Council in Dundee (links) mit Max Hewer am Grab von Peter Imandt.


In der Hillstreet befand sich der letzte Wohnsitz von Peter Imandt als er im Jahre 1897 starb.


Der Besuch aus dem Saarland fand bei der eher konservativen Tageszeitung „The Courier“ Erwähnung.

Zeitungsbericht im Courier:
www.thecourier.co.uk/Community/
Heritage-and-History/article/2779/
peter-imandt-society-members-
explore-his-dundee-past.html



Max Hewer zu Gast bei der Trade Union in Dundee

Mehr als eine Spurensuche nach der Familie Imandt in Schottland

Schon seit längerer Zeit diskutierte man in der Linken-Saar nahen Bildungsverein Peter-Imandt-Gesellschaft die Frage, wie sich Kontakte in die schottische Stadt Dundee neu beleben lassen, nachdem man 2004 einen ersten Besuch abstatten konnte.

Warum das Interesse an der schottischen Industrie- und Hafenstadt? Peter Imandt, geboren 1823 im Waderner Ortsteil Noswendel, lebte und arbeitete 40 Jahre in der Stadt an der Ostküste und war dort – bis zu seinem Tod - ein bekannter Lehrer an der High School of Dundee.

Doch in Dundee deutlich bekannter als der Marx-Freund und Exil-Saarländer Peter ist seine Tochter Franziska Marie, einst Journalistin und Weltreisende durch die Länder des Britischen Empires. Im Zuge lokalgeschichtlicher Forschungen und Realisierung einer Ausstellung über Franziska Marie Imandt offenbarte sich in diesem Frühjahr, dass das gemeinsame Grab von Peter und Franziska Imandt sich in einem schlechten Zustand befand. Mike Arnott, Vorsitzender des Gewerkschaftsverbandes Trade Union Council (TUC) in Dundee informierte darüber die Peter-Imandt-Gesellschaft in Saarbrücken und Vorstandsmitglied Max Hewer organisierte einen zweitägigen Blitzbesuch, um sich vor Ort ein Bild über die Lage zu machen.

In Dundee hatte Hewer die Gelegenheit die wichtigen Gedenkorte besuchen, die mit Peter Imandt verbunden waren. So wurde das Haus in dem Peter Imandt die Schottin Anne McKenzie heiratete besichtigt, ebenso sein letzter Wohnsitz in der Hill Street. (Der Grabstein auf dem Barnhill Cemetery konnte mittlerweile, dank des Einsatzes von Mike Arnott, wieder aufgerichtet werden.) Danach stattete Hewer der High School, dem städtische Museum mit der Ausstellung über Franziska Marie und dem Zeitungshaus D.C. Thompson einen Besuch ab. Letzterer Termin organisierte die Journalistin Jennifer Crosgrove, die kürzlich einen Artikel über Franziska Marie verfasst hatte. Im Zeitungsarchiv nutzte Hewer die Gelegenheit, an Hand der originalen Presseartikel von Franziska Marie, deren Weltreise im Jahr 1894 nachzuzeichnen. Eine Reise, die im viktorianischen Zeitalter einer Sensation gleich kam, denn eine Frau allein auf Reisen, war seinerzeit alles andere als normal.

Abends kam es noch zum Treffen mit örtlichen Vertretern verschiedener linker Parteien und politischen Gruppen sowie Gewerkschaftern. Die Teilnehmer waren sehr an der Politik in Deutschland, insbesondere aber an den innenpolitischen Entwicklungen und der Fusion der Deutschen Linken, interessiert. Viele politische und geschichtliche Themen wurden intensiv diskutiert und Ideen ausgetauscht.

Der Besuch aus Saarbrücken in Dundee diente somit nicht nur dem Andenken an den 1848/49er Revolutionär Peter Imandt. Er machte nebenbei das Bedürfnis europäischer Linker deutlich, die politischen Entwicklungen in anderen Ländern kennenzulernen und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns zu finden. Ein Gegenbesuch im Saarland ist für 2011 geplant.